Historie der Feuerwehr Rodleben

Über Einhundert Jahre Freiwillige Feuerwehr Rodleben

1913   2013

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Gründung
  3. 1913 – 1923
  4. 1923 – 1933
  5. 1933 – 1943
  6. 1943 – 1953
  7. 1953 – 1963
  8. 1963 – 1973
  9. 1973 – 1983
  10. 1983 – 1993
  11. 1993 – 2003
  12. 2003 – 2013
  13. FFw Rodleben Heute

1. Einleitung

Nun werden wir einen kurzen Blick auf die nun hundert jährige Geschichte unserer Wehr wagen.

In hundert Jahren ist viel passiert, unsere Welt hat sich enorm verändert, waren damals Pferde das Haupttransportmittel, fahren wir heute modernste Autos, löschten wir damals mit Eimerketten, so kommen heute Hochdrucklöchgeräte zum Einsatz.

Aber nicht nur die Technik hat sich verändert, auch die Menschen haben sich verändert.

War es damals selbstverständlich zur Feuerwehr zu gehen, muss heute viel Mitgliederwerbung unternommen werden, um Bürgerinnen und Bürger für unser Ehrenamt zu begeistern.

Heute leben wir in einer Demokratie, zu unserer Gründung lebten unsere Kameraden in einer Monarchie, wir hatten den Kaiser und das Kaiserreich.

Später entwickelte sich aus diesem Reich die Weimarer Republik woraus wenige Jahre später das dritte Reich entstand.

Nach vielen Jahren der Diktatur entwickelte sich unser Staat zu einer Demokratie, anfangs noch in zwei Staaten, doch später wieder zu einem Deutschland.

<ü>Diesem ganzen Wirbel zum Trotz überstand unsere Wehr diese Zeiten, was uns heute die Chance gibt diese Wehr in die nächsten hundert Jahre zu geleiten, und ein Teil ihrer großartigen Geschichte zu sein.

2. Gründung

Nach der  Gründung des „Anhaltischen Feuerwehrverbandes“ wurden in ganz Anhalt Freiwillige Feuerwehren gegründet,  sie lösten die bis dahin existierenden Pflichtfeuerwehen ab.

Nachdem der Gemeinderat von Rodleben den Beschluss gefasst hatte eine Freiwillige Feuerwehr mit einer Stärke von 25 Mann zu gründen, wurde am 07. März 1913, abends 8.00 Uhr im Gasthof zur Linde eine Gründungsversammlung abgehalten.

Bei dieser Versammlung, wurden die ersten 25 Kameraden unserer Wehr vom Vorsitzendem des Anhaltischen Feuerwehrverbandes Herr Regierungsassessor Dr. Pietschke berufen.

Zugleich wurde der Kam. Gustav Schmücker zum erste Wehrleiter gewählt, sowie Kam. Albert Krumbach zum stellvertretenden Wehrleiter. Zum Spritzenmeister, was heute der Gerätewart ist, wurde der Kam. August Schulze gewählt.

Der Kam. Paul Rosahl der FF Roßlau wurde damit beauftrag unsere Kameraden auszubilden um sie schnellst möglich einsatzbereit zu machen.

Gründungsmitglieder:

Otto HenningGustav Krüger
Albert KrügerFriedrich Albergt
August SchulzeKarl Ganzer
Gustav BraunsdorfGustav Franke
Karl BergerOtto Mücke
Hermann FriedrichOtto Berger
Willy SchusterGustav Platte
Hermann FrankeGustav Schmückert
Gustav MüllerTheodor Görtz
Albert KrumbachGustav Krüger jun.
August KrügerFriedrich Ritter
Gustav ReyGustav Friedrich
Friedrich WendtOtto Bergholz

3. 1913-1923

1914:

Durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges änderte sich auch in Sachsen Anhalt die Lebenslage der Menschen grundlegend.

Einer nach dem anderen zog ins Feld um das Vaterland zu verteidigen.

Kamerad Schmückert gedachte in seiner Ansprache der Kameraden, die zurzeit im Felde stehen und gab den Wunsch Ausdruck, dieselben bald wieder in unserer Mitte begrüßen zu können. Auch wurde beschlossen, jeden von Ihnen ein Feldpaket mit Zigarren als ein Zeichen kameradschaftlichen Gedenkens zu senden. Protokoll vom 10.10.1914

Oft haben die Kameraden unserer Wehr an die sich im Krieg befinden Kameraden gedacht, viele Feldpakete und Grüße wurden ihn zu gesandt.

1917:

Es wurde beschlossen, bis auf weiteres keine Monatsversammlungen abzuhalten, da die meisten Mitglieder der Wehr eingezogen sind. Protokoll vom 01.03.1917

Zurückgebliebene Kameraden hielten die Geräte in Ordnung.

Das Feuerwehrleben kam zum Ende des Krieges fast vollkommen zum erliegen, nur das nötigste wurde noch erledigt, Versammlungen fanden selten statt.

Zudem wurde in diesem Jahr die Werkfeuerwehr des Hydrierwerks gegründet.

1918:

Es wurde die erste Versammlung nach dem Krieg wieder abgehalten.

Bis auf einen Kameraden der sein Leben auf dem Felde der Ehre gelassen hatte, konnten sich alle Kameraden wieder zurück melden.

Kamerad Karl Berger verlor sein Leben in Frankreich. Es wurde eine Schweigeminute zum Gedenken eingelegt.

In den folgenden Jahren,  regenerierte sich unser Vaterland, der Kaiser trat zurück, der Versailler Friedensvertrag trat in Kraft und die Weimarer Republik wurde gegründet. Fortan war Deutschland eine Demokratie.

4. 1923-1933

Die goldenen Zwanziger begannen, auch die Rodlebener Industrie konnte davon profitieren, den Menschen ging es gut, sie hatten Arbeit und Perspektiven.

1933:

Unsere Wehr unternahm viele Ausbildungen und Übungen.

So fand am 07.05.1933 eine Inspizierung unserer Wehr durch den Brandmeister Krüger statt:

Im Jahr 1933 wurde Adolf Hitler zum Volkskanzler gewählt, somit begannen die Jahre des Nationalsozialismus in Deutschland.

Die Nationale Regierung hat verfügt, dass sämtliche marxistischen Führer und Mannschaften aus der Wehr entfernt werden sollen. Protokoll 01.07.1933

Erfreulicher Weise konnten in unserer Wehr das Kommando und Mannschaft in ihrer Zusammensetzung bestehen bleiben. Die Wehr stellt sich geschlossen hinter die nationale Regierung. Die Wehr beteiligt sich ferner am Kirchgang am Volkstrauertag sowie am Fackelzug zu Ehren unseres Volkskanzler Adolf Hitler.

Auch die Feuerwehren konnten sich der Propaganda der Regierung nicht entziehen, somit musste sie ständig an Umzügen und Ehrungen des Führers teilnehmen.

5. 1933 – 1943

In diesem Jahrzehnt wurde nach vielen Planungen das Spritzenhaus unserer Wehr gebaut, in dem sich unsere Wehr auch heute noch befindet.

1934:

Unser Führer gab bekannt, dass die Wehr selbst bestimmen soll. Wo das neue Spritzenhaus aufgestellt wird.Es kam zur Auseinandersetzung wohin? Entweder an der Backofenstraße oder am Steinbergsweg. Es kam zu einer Einigung. Protokoll vom 18.03.1934

Es wurde wie folgt Abgestimmt:

18 Stimmen- Steinbergsweg

6  Stimmen- Backofenstraße

1935:

Am 13.06.1935 wurde das neue Spritzenhaus dann endlich übergeben.

In dieser Zeit fuhr unsere Wehr viele Einsätze, so war ein Scheunenbrand in Rietzmeck, ein Großbrand im Hydrierwerk und folgender Einsatz darunter:

Erntehilfe bei  Kam. Albert Krüger am 12.11.1939-

Um 07.30 Uhr wurde die Wehr alarmiert. In 10 min war die Hälfte zur Stelle.
Der Befehl kam alles zurück zum Umziehen und antreten zum Rüben einfahren. Nach kurzer Zeit waren alle Kameraden zurück und marschierten los zum Kam. Krüger zum Gabel empfangen.
Unter den 23 Fuhren die wir geladen hatten, befand sich auch eine die anscheinend besonders schwer war, denn Kam. Gier sagte: „wenn ihr 4 Männiken die Fuhre einen Zentimeter weit schiebt gebe ich einen Kasten Bier aus“
Die Augen des Kam. Gier waren 4 cm raus gequollen. Er hatte seine Wette verloren. Außerdem wurde noch gejagt, und zwar wurden zur Strecke gebracht 78 Mäuse.

6. 1943 – 1953

7. 1953 – 1963

8. 1963 – 1973

9. 1973 – 1983

10. 1983 – 1993

11. 1993 – 2003

12. 2003 – 2013

13. FFw Rodleben Heute